Nein, ich beginne nicht mit dem Team, ich beginne mit der Führungskraft!

Aug 02, 2018

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Dieser Satz hat mir schon ein paar, wenn auch wenige, Aufträge vermiest. Und das ist auch gut so! Denn wussten Sie, dass eine Verhaltensänderung ca. 21 bis 66 Tage Übung am Stück benötigt um zu einer neuen Gewohnheit zu werden? Die tatsächliche Dauer hängt dabei von der Komplexität der neuen Gewohnheit ab.

Laut einer neuesten Studie der Texas A&M University und der Michigan State University werden 50% aller Entscheidungen im Alltag auf Basis von Gewohnheiten getroffen (Wood, Quinn, & Kashy, 2002). Denn diese sind vom Aufwand her deutlich kraftsparender. Und der menschliche Überlebenstrieb teilt seine Kräfte wohlüberlegt ein.

Doch was haben Gewohnheiten damit zu tun, dass ich mit Führungskräften beginne?

Ganz einfach: Ein Workshop, ein Training, sollte zu einer Verhaltensänderung führen. Ansonsten macht es keinen Sinn, Geld und Zeit zu investieren, wenn alles exakt so bleiben soll, wie vor dem Workshop. Ganz automatisch müssen für ein nachhaltiges Lernen somit 2 Dinge geschehen:

  1. Eine neue Gewohnheit muss antrainiert werden.
  2. Eine alte Gewohnheit muss abgelegt werden.

Und das dauert 21 bis 66 Tage.

Doch die wenigsten Unternehmen kaufen einen externen Trainer für 21 bis 66 Tage am Stück ein, der dann jeden einzelnen Mitarbeiter, der in einem Training war, jeden einzelnen Tag begleitet!

Aber wer sichert dann die Nachhaltigkeit?

Wer kann es Mitarbeitern krumm nehmen, dass sie gerade unter Zeitdruck wieder in das ihnen bekannte Verhalten zurück verfallen, wenn die Begleitung ausbleibt?! Und meist merken sie es noch nicht einmal.

Verstehen Sie mich richtig: Ich bin ein großer Fan von der Eigenverantwortung erwachsener Menschen – also auch der von Mitarbeitern. Jedoch sehe ich es auch als Aufgabe der Führungskraft, für die Nachhaltigkeit in der Entwicklung und in Prozessen zu sorgen.

Nachhaltiges Trainingskonzept durch Führungskräftetraining - Fritsch Akademie

Was ist dann die Aufgabe eines Business-Trainers?

Die Aufgabe eines Trainers ist es, Wissen in Können zu verwandeln. Dafür hat er im Business-Kontext meist 1-4 Tage Zeit. In dieser Zeit ist es Aufgabe des Trainers Ansätze, Inhalte, Ideen, Methoden, Philosophien so zu vermitteln, dass die Teilnehmer den Mehrwert darin sehen können. Es ist seine Aufgabe, Experimentierfreudigkeit zu wecken, ein Wissensfundament zu stabilisieren, Transferleistung zu kreieren, die Eigenmotivation hochzutreiben und das Können so zu formen, dass die Teilnehmer die Fähigkeit und Lust haben, loszulegen.

Und dann laufen die Mitarbeiter los, wie jemand, der ohne vorheriges Training bei einem Marathon startet… und sie kommen an ihre Grenzen. Weil der Muskel noch nicht trainiert ist. Wie bei jeder neuen Gewohnheit, muss sich das System, der Körper, der Geist erstmal an die neue Vorgehensweise gewöhnen.

Und genau dabei sind Sie als Führungskraft gefragt.

Es geht darum, nachzusteuern, gemeinsam auszuwerten, feinzuzeichnen, zu erinnern, zu reflektieren. Das ist Führung!

Nicht nur Prozesse zu steuern, Zahlen der Zielerreichung auszuwerten, sondern nah am Menschen zu sein und zu bleiben. Denn Gott sei Dank sind es heute noch Menschen, die den Umsatz für ein Unternehmen bringen.

Doch wie soll eine Führungskraft für Nachhaltigkeit sorgen, wenn sie selbst nie diesen Trainer und seinen Stil erfahren hat, nie in dem Workshop war, mit genau diesen Inhalten? Nie den Grundgedanken des Workshop-Konzepts selbst erlebt hat?

Ich höre schon regelrecht die empörte Aussage:

„Ich habe doch auch noch andere Dinge zu tun, statt nur in Workshops zu sitzen.“

Richtig! Da gebe ich Ihnen vollkommen recht! Das sollen Sie auch gar nicht tun! Bloß nicht!

Ich empfehle an der Stelle lieber weniger Trainings und Workshops zu buchen und dafür aber qualitativ hochwertige, die auf mehr abzielen als nur eine 1-tägige Wissensvermittlung. Solche, die Ihnen selbst noch AHA-Momente schaffen.

Wenn die Nachhaltigkeit gesichert ist, haben sich viele Zusatz- oder Wiederholungstrainings von alleine erübrigt. Denn Wissen ist noch lange nicht Können.

Investieren Sie daher lieber in das Können Ihrer Mitarbeiter und nehmen Sie sich im Vorfeld selbst die Zeit, ausgewählte Workshops zu besuchen. Und nehmen Sie sich im Anschluss die Zeit um Ihr Team nachzuhalten. Ich wünsche Ihnen allem voran viel Freude damit!

„Nein, ich beginne nicht mit dem Team, ich beginne mit der Führungskraft!“

Ihr André Fritsch

P.S.: Wie sichern Sie die Nachhaltigkeit Ihrer Trainings und die Ihrer Mitarbeiter?


Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

No, I do not start with the team, I start with the manager!

This sentence has already spoiled a few, albeit few, jobs for me. And that is a good thing! Because did you know that a change in behavior requires about 21 to 66 days of practice in a row to become a new habit? The actual duration depends on the complexity of the new habit.

According to a recent study by Texas A&M University and Michigan State University, 50% of all decisions in everyday life are made on the basis of habits (Wood, Quinn, & Kashy, 2002). This is because they are significantly more effortful in terms of effort. And the human instinct for survival divides its forces in a well-considered way.

But what do habits have to do with the fact that I start with managers?

Very simple: a workshop, a training, should lead to a change in behavior. Otherwise it makes no sense to invest money and time if everything is to remain exactly the same as before the workshop. So, automatically, 2 things have to happen for sustainable learning:

  1. A new habit must be trained.
  2. An old habit must be discarded.

And that takes 21 to 66 days.

But very few companies buy an external trainer for 21 to 66 days at a stretch, who then accompanies every single employee who has been in a training session every single day!

But who then ensures sustainability?

Who can take it badly for employees that they fall back into the behavior they are familiar with, especially under time pressure, if they are not accompanied? And usually they do not even notice.

Don't get me wrong: I'm a big fan of the personal responsibility of adults - including employees. However, I also see it as the responsibility of managers to ensure sustainability in development and processes.

Sustainable training concept through leadership training - Fritsch Akademie

So what is the task of a business trainer?

The task of a trainer is to transform knowledge into skills. In a business context, he usually has 1-4 days to do this. During this time it is the trainer's job to convey approaches, contents, ideas, methods and philosophies in such a way that the participants can see the added value in them. It is his task to awaken a willingness to experiment, to stabilize a knowledge base, to create transfer performance, to boost self-motivation and to shape the skills in such a way that the participants have the ability and desire to get started.

And then the employees start running, like someone who starts a marathon without any previous training... and they reach their limits. Because the muscle is not yet trained. As with any new habit, the system, the body, the mind must first get used to the new approach.

And this is exactly where you as a manager are needed.

It is a matter of following up, evaluating together, fine-tuning, remembering, reflecting. That is leadership!

Not only to control processes, to evaluate figures of goal achievement, but to be and remain close to people. Because, thank God, it is still people who generate the turnover for a company today.

But how is a manager supposed to ensure sustainability if he/she has never experienced this trainer and his/her style, has never been to the workshop with exactly this content? Never experienced the basic idea of the workshop concept themselves?

I can already hear the outraged statement:

"I have other things to do instead of just sitting in workshops."

Correct! I completely agree with you there! You are not supposed to do that at all! I don't want you to do that!

I recommend to book less trainings and workshops and instead book high quality ones that aim at more than just a 1-day knowledge transfer. Those that create aha-moments for you.

If the sustainability is ensured, many additional or repetitive trainings are unnecessary. Because knowledge is far from being skill.

Therefore, it is better to invest in the skills of your employees and take the time to attend selected workshops in advance. And take the time to follow up with your team afterwards. Above all, I wish you a lot of fun with it!

"No, I do not start with the team, I start with the manager!

Your André Fritsch

P.S.: How do you ensure the sustainability of your training and that of your employees?

Wood, W., Quinn, J. M., & Kashy, D. A. (2002). Habits in Everyday Life: Thought, Emotion, and Action. Journal of Personality and Social Psychology, 83(6), 1281–1297. https://dornsife.usc.edu/assets/sites/545/docs/Wendy_Wood_Research_Articles/Habits/Wood.Quinn.Kashy.2002_Habits_in_everyday_life.pdf

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